Horst Bischoff zu »Rechtsgewinne«

Neues Deutschland | Artikel vom 30. 9. 2010

Sozial und kulturell ärmer
Erich Buchholz untersucht Rechtsgewinne und Rechtsverluste 20 Jahre nach der Einheit

Was Erich Buchholz hier vorlegt, war eigentlich vor 20 Jahren Aufgabe derer, die am 18. März 1990 in Parlaments- und Regierungsverantwortung gewählt und Träger verfassungsrechtlicher Gewalt in der Noch-DDR geworden waren. Doch sie hatten es unterlassen und stattdessen in Überhast den Beitritt des Landes zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland betrieben. Die Abwägung von Folgen politischer Entscheidungen für rechtliche Bestände blieb vordergründig und allein darauf beschränkt, möglichst rasch, wirksam und komplex die DDR zu beseitigen, ihre ökonomischen Grundlagen zu zerschlagen und den Anschluss festzuzurren, bevor sich noch eine Wende in der Wende einstellen könnte.

Das neue Buch von Buchholz bietet erstmalig eine vergleichende Darstellung von Rechtsgewinnen und Rechtsverlusten für Bürger des Beitrittsgebiets, die aber auch Westdeutsche tangierten und tangieren. Unstreitig wirkte allein die Existenz zweier deutscher Staaten stets nach beiden Seiten korrigierend und auch mäßigend auf die Staats- und Rechtsordnungen links und rechts der Elbe, besonders aber auf Entscheidungsfindungen in deren Politik. Und zweifellos fallen die Antworten der Bürger auf die Frage nach Gewinnen und Verlusten so verschieden aus, wie sich ihre Lebenssituationen und Schicksale unterscheiden.

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Ernst Albrecht zu »Rechtsgewinne?«

Unsere Zeit | Ausgabe vom 16. Juli 2010

Rechtsgewinne – Rechtsverluste
Ein überzeugender Vergleich der Rechtssysteme von DDR und BRD

Auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Gesine Lötsch vor einiger Zeit, was denn ein "Unrechtsstaat" sei, (sie ging davon aus, dass die DDR so bezeichnet wird) erhielt sie von der Bundesregierung die Antwort: "Den Begriff ´Unrechtsstaat´ gibt es im Völkerrecht nicht." Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages erklärte ihr in einem Gutachten: "Eine wissenschaftlich haltbare Definition des Begriffs ´Unrechtsstaat´ gibt es weder in der Rechtswissenschaft noch in den Sozial- und Geisteswissenschaften." (ND vom 6. 7. 2008). Leute wie Marianne Birthler, Hubertus Knabe, und leider auch ein führender Politiker der Partei "Die Linke" in Mecklenburg-Vorpommern, werden nicht müde, die DDR als "Unrechtsstaat" zu verleumden. Es ist nicht damit zu rechnen, dass diese Leute das kürzlich erschienene Buch von Erich Buchholz zur Hand nehmen und sich nach dessen Lektüre zur Zurückhaltung veranlasst sehen.

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Bruni Steiniger zu »Und jedes Wort ein Flügelschlag«

RotFuchs | Ausgabe vom März 2010

Unerschöpflicher poetischer Schaffensdrang

Die Leser des „RotFuchs“ kennen seine Gedichte unter dem Namen E. Rasmus. Seit Jahren schon haben sie einen festen Platz in unserem Blatt. Doch wer verbirgt sich hinter diesem Pseudonym? Auch sein Buch »Und jedes Wort ein Flügelschlag«, das vor kurzem im Verlag Wiljo Heinen erschien, gibt es nicht preis. Und so wollen auch wir es dabei belassen und versuchen, »hinter den Kulissen« einen Menschen zu entdecken, der sich ganz im stillen zu einem bemerkenswerten Poeten unserer Tage entwickelt hat. Sein Schaffensdrang scheint unerschöpflich, so, als wolle er jede Regung des Lebens einfangen, festhalten und anderen ins Bewußtsein pflanzen. Nahezu alles aus Natur und Gesellschaft ist es ihm wert, mit treffsicheren Worten bedacht und in einem nach Schillerschem Vorbild gekonnten Versrhythmus zum Schwingen zu bringen. Empfindungen und Zweifel gehören genauso dazu wie der Jahresreigen oder Ereignisse und Personen.

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Erhard Thomas zu »Und jedes Wort ein Flügelschlag«

ICARUS | Ausgabe 1/2010

Und jedes Wort – ein Flügelschlag

Vor mir liegt ein Kompendium im Taschenbuchformat mit 111 Gedichten, die der Autor auf 163 Seiten zusammengefasst hat. Endlich. Beim Wenden des Büchleins stößt man auf die wie aus Wolken fallenden wenigen Worte »Poesie ist das Salz in der Suppe des Proleten«. Wiljo Heinen, der Verleger, hat sein Programm um eine interessante Variante mit den Gedichten von E. Rasmus bereichert. Die Gestaltung ist sehr gelungen. Die Friedenstaube fliegt, in der Spannbreite von »Jahresreigen & Natur« über »Empfindungen & Zweifel« bis zu »Ereignissen & Personen«. Sie erreicht zum Schluss die Zukunft, derer sie sich bereits erinnern kann. Der Begriff Flügelschlag beinhaltet Bewegung sowohl im Vorausdenken als auch im Nachdenken und darüber hinaus in der Überleitung zum Leben in solidarischen Gemeinschaften. Die aktuellen Gedichte halten das, was der Titel verspricht: »Und jedes Wort – ein Flügelschlag«. Im Klartext heißt das, progressive Lebenshaltung findet in der Kraft des Wortes ihr Echo, und Gedanken und Erkenntnisse werden buchstäblich in alle Himmelsrichtungen, überall hin, getragen.

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Irmtraud Gutschke (ND) zu »Heimatsüchtig«

neues deutschland | Artikel in der Ausgabe vom 19. November 2009

Was Heimat sei

Manfred Hocke: Eine Art Autobiografie

Das möchten viel mehr Leute, als man sich je hätte vorstellen können: Ihr Leben an sich vorüberziehen lassen und das auch noch öffentlich machen. Aber Manfred Hocke ist kein Laienschreiber. Er hat zahlreiche Stücke übersetzt, war Dramaturg an verschiedenen Theatern und von 1971 bis 1990 – dem Jahr seiner »Abwicklung« dort – Entwicklungsdramaturg im DEFA-Studio für Spielfilme. So fand er für seine Autobiografie künstlerische Gestaltungsweisen, die erst einmal gar nicht an einen Lebensbericht denken lassen: eine Erzählung in dritter Person über den Flüchtlingsjungen Manfred Breslauer und ein Hörspiel, das man »Szenen einer Ehe« nennen könnte, aber es geht um die Situation in den 50er, 70er und 90er Jahren in der DDR, wobei der Rückblick auf den eigenen künstlerischen Werdegang gesprächsweise eingeflochten ist.

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Götz Dieckmann (RotFuchs) zu »Chinas Weg«

RotFuchs | Ausgabe Oktober 2009 (PDF)

 

Wie der Osten erglühte

Wichtige Schrift zum 60. Jahrestag der VR China

Wer wissen will, was die Zukunft bringt, muß sich mit China befassen. Dies nicht nur, weil jeder sechste Mensch auf dem Erdball ein Chinese ist, sondern auch, weil China als einzige der frühen Hochkulturen, anders als etwa Assyrien, alle Stürme der Zeiten überstand und auch heute, in der kapitalistischen Weltwirtschaftskrise, offenbar recht gut dasteht. Nur im 19. und in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts war es ernsthaft in Gefahr, kolonial versklavt zu werden. Dieses Schicksal blieb
ihm erspart – dank des heroischen Kampfes des chinesischen Volkes unter Führung der KP Chinas. Der 60. Jahrestag der Volksrepublik ist ein Tag der Würde.

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Bernd Gutte (jW) zu »Chinas Weg«

junge Welt | Artikel in der Ausgabe vom 24.08.2009

Chinas Weg

Rolf Berthold hat Quellen zu Geschichte und Perspektiven, Strategie und Taktik der KP Chinas erschlossen

Die aufstrebende Wirtschaftsmacht China ist ein Fakt, und nur die Geschwindigkeit des Wachstums läßt zuweilen Freund wie Feind erschrecken. Aber wie steht es um die kommunistische Partei in der Volksrepublik? Ist das Land noch ein sozialistisches? Rolf Berthold erschließt in seinem Buch »Chinas Weg – 60 Jahre Volksrepublik« zentrale Quellen. Der Autor gehört zu denen, die das Land wirklich kennen. Er hat in Peking studiert, war seit 1962 als Mitarbeiter im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR mit China und dem Fernen Osten befaßt und von 1982 bis zum Ende der DDR deren Botschafter in der Volksrepublik.

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